Das Kaninchen bin ich
Weil ihr Bruder zu einer dreijährigen Zuchthausstrafe wegen »staatsgefährdender Hetze« verurteilt wurde, erhält die 19-jährige Maria keine Erlaubnis für ihr Studium. Wenig später verliebt sie sich in einen älteren Mann, der sich als der Richter im Prozess ihres Bruders herausstellt, und erkennt die Mechanismen eines Systems, das Recht und Macht miteinander verwechselt … Selbst vor einem systemkonformen Filmemacher wie Kurt Maetzig, der zuvor für eine zweiteilige Thälmann-Biografie noch mit höchsten Staatsweihen bedacht wurde, machen die kulturpolitischen Eingriffe nach dem 11. Plenum keinen Halt: Die offene Kritik an den Fehlentwicklungen des »real existierenden Sozialismus«, Machtmissbrauch und Willkür verschwindet mit anderen »Kaninchen- Filmen« sogleich im Giftschrank.
(Florian Widegger)