CARTOGRAFÍA DEL TRÓPICO TERCO; VIAJE DE INICIACIÓN; UN BANANERO EN SU LABERINTO
Programm:
CARTOGRAFÍA DEL TRÓPICO TERCO
Andrea Rosales, Honduras, 2026, Kurzdokumentarfilm
BUCH Andrea Rosales | KAMERA Maya Alemán | SCHNITT Maya Alemán | MIT Andrea Ruiz, Karla Funes, Helena Díaz, Andrea Rosales
8 min | Farbe, span. OmeU, DCP
In Honduras hat feministischer Aktivismus ein öffentliches Gesicht – und eines, das nur selten festgehalten wird. Cartografía del trópico terco nähert sich diesem persönlichen Raum aus autobiografischer Perspektive im historischen Zentrum von Tegucigalpa, wo Stadt, Erinnerung und Körper aufeinandertreffen.
Der Kurzfilm erkundet, was sich nach Jahren des Engagements leise ansammelt, was man gemeinsam trägt und jene schwer zu benennende Hartnäckigkeit, die einen bleiben lässt, obwohl Gehen vielleicht die vernünftigere Entscheidung wäre.
Auf urbanen Wegen und zwischen alltäglichen Momenten entsteht ein vielschichtiges Bild einer Stadt, die zugleich geliebt und gehasst wird – mit all ihren Spuren, Widersprüchen und Bindungen.
VIAJE DE INICIACIÓN
Gloria Carrión und Gabriel Vallecillo Márquez, Honduras / Nicaragua, 2026, Kurzdokumentarfilm
BUCH Gloria Carrión und Gabriel Vallecillo Márquez | KAMERA Nohely Floritza Barahona | SCHNITT Rodrigo Quintero Arauz | TON José Rommel Tuñón | MUSIK Bruno Cortina | MIT César Enrique Ayala
14 min | Farbe, span. OmeU, DCP
Manche Wunden heilen nicht, weil ihnen nie die Möglichkeit dazu gegeben wurde.
1989 stürzte ein Flugzeug der honduranischen Fluggesellschaft TAN-SAHSA nahe Tegucigalpa in einen Berghang. 131 Menschen starben, darunter die Eltern des damals jugendlichen Enrique Ayala. Was offiziell als „Unfall“ bezeichnet wurde, ist bis heute nicht vollständig geklärt: Der Abschlussbericht wurde nie veröffentlicht, die überlebenden Piloten äußerten sich nie öffentlich zum Unglück und die Fluggesellschaft ging kurz darauf bankrott. Zurück blieben Familien ohne Antworten, ohne Verantwortliche – und ohne einen Ort für ihre Trauer.
36 Jahre später kehrt Enrique, inzwischen 49, nach Honduras zurück. Was als persönliche Suche nach den Ursachen des Unglücks beginnt, wird zu einer Reise durch die Landschaften seiner Kindheit und zu den Geschichten anderer Menschen, die damals jemanden verloren haben. Auf seinem Weg begegnet er Erinnerungen, die lange verdrängt waren, und Fragen, die er sich selbst nie zu stellen wagte.
Zwischen den USA und Honduras verschwimmen unterwegs Traum und Wirklichkeit. Die Vergangenheit wird nicht länger zu einem abgeschlossenen Kapitel, sondern zu etwas Gegenwärtigem, Körperlichem. Ein persönlicher Dokumentarfilm über vererbtes Schweigen, verdrängte Wahrheiten und den Mut, sich den eigenen Geistern zu stellen – und über eine Reise, die Enrique früher oder später antreten musste, um weiterleben zu können.
UN BANANERO EN SU LABERINTO
Hispano Durón, Honduras / USA, 2026, Dokumentarfilm
BUCH Dario A. Euraque und Hispano Durón | KAMERA Audrey Merckling | SCHNITT Evan Green und Gonzalo Arzamendía | TON Easton Lane | MIT Dario A. Euraque, Mildred Oyuela, David Martínez
60 min | Farbe, span. OmeU, DCP
In diesem biografischen Dokumentarfilm zeichnet der Historiker Darío A. Euraque das Leben von Rafael López Padilla nach, einem honduranischen Bananenproduzenten, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch den Verkauf seiner Ernte an US-amerikanische Bananengesellschaften zu Wohlstand gelangte. Der wirtschaftliche Abschwung Ende der 1920er-Jahre brachte jedoch seinen finanziellen Ruin. López Padilla wurde daraufhin zu einem entschiedenen Kritiker der ausländischen Fruchtkonzerne: Er dokumentierte ihre Missstände und prangerte sie gegenüber den Regierungen von Honduras und den Vereinigten Staaten an.