World for Ransom
Mit seinem zweiten Kinofilm bewies sich Aldrich auch als unabhängiger Produzent: Auf den Sets der Fernsehserie China Smith, bei der er Regie führte, inszeniert er in Drehpausen mit deren Star Dan Duryea und seiner künftigen Stamm-Crew ein spottbilliges Noir-Abenteuer, das wie eine Skizze für baldige Großtaten wirkt: Der Privatdetektiv Mike Callahan wird in Singapur von seiner ehemaligen Geliebten engagiert, ihren Ehemann zu beschatten. Dieser ist in die Entführung eines Atomwissenschaftlers verwickelt. World for Ransom nimmt die atomare Angst und Kalter-Kriegs-Paranoia von Kiss Me Deadly vorweg und zeigt Aldrichs visuelle Ambitionen im Rahmen eines Arte-povera-Existenzialismus: Die Pseudo-Exotik hat einen Hauch von Josef von Sternberg, durchstreift vom ersten Paar ambivalenter Aldrich-Antagonisten. World for Ransom "verkörperte erstmals, was ich in Filmen ausdrücken wollte", so Aldrich. (C.H.)