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UN TEATRO PARA BARBERO; UNA LECCIÓN DIFERENTE; LA CULPA DE CAÍN; IVÁN, LA VACA Y EL COMETA; NOS ATRAVIESA UN CUERPO DE AGUA; PARAÍSO

Sprache Spanisch

Programm:

UN TEATRO PARA BARBERO
Hugo Mata Parducci, El Salvador, 2025, Dokumentarfilm
BUCH Hugo Mata und Jorgelina Cerritos | KAMERA Hector Martinez, William Castillo | SCHNITT Hugo Mata | TON Hugo Martínez | MUSIK Oscar Luna | MIT Gilda Parducci, Claudia Herodier, Iván Marroquín Parducci
24 min | Farbe, span. OmeU, DCP

Was bedeutet es, sein Leben dem Theater zu widmen? Diese Frage treibt den Regisseur Hugo Mata Parducci an – und führt ihn zu einer Spurensuche, die weit über eine persönliche Reflexion hinausgeht. Im Zentrum steht das Erbe von Edmundo Barbero, einem spanischen Schauspieler, Regisseur und Theaterpädagogen, der 1952 nach El Salvador kam und dort die Grundlagen für ein modernes, professionelles Theater schuf. Als langjähriger Leiter des Teatro Universitario de la Universidad de El Salvador prägte er Generationen von Schauspielerinnen und Schauspielern – und hinterließ eine Lücke, die bis heute nachhallt.

Aus Archivmaterial, Erinnerungen und berührenden Zeitzeugenberichten entsteht das Porträt eines Mannes, der sein Wissen und seine Leidenschaft kompromisslos weitergab. Gleichzeitig ist „Un teatro para Barbero“ eine intime Auseinandersetzung mit der Frage, was es heißt, eine künstlerische Berufung zu leben – mit ihren Zweifeln, ihren Opfern und ihrer stillen Größe. Ein Film über die Kraft der Erinnerung und über diejenigen, die ein ganzes Land mit dem Theater infizierten.

UNA LECCIÓN DIFERENTE
Paolo Salinas und Arturo López, El Salvador, 2025, Kurzfilm
BUCH Arturo López | KAMERA Alejandro García und Rafael García | SCHNITT Alejandro García und Isaac Velásquez | TON Ángel Cortez | MIT Paolo Salinas, Darlyn Echeverría, Josué Benítez, Gracia Saravia, Marcos Guevara, Cristian Amaya, Jonathan Obando, Adrián Salinas, Génesis Guzmán, Daniela Ortega, Edward Mancía, Alejandra Mancía, Cenia Flores, Dania Aquino
15 min | Farbe, span. OmeU, DCP

Ein Lehrer steht vor seiner Klasse. Draußen, irgendwo zwischen den Nachrichten des Tages und dem Schweigen, das ihnen folgt, hat ihn eine tragische Nachricht erreicht. Was nun beginnt, ist keine gewöhnliche Unterrichtsstunde. Der Lehrer legt den Lehrplan beiseite – nicht aus Nachlässigkeit, sondern aus einer Notwendigkeit heraus, die tiefer reicht als jede Prüfungsvorbereitung. Er spricht über das Leben, über Verlust, über das, was bleibt, wenn jemand geht. Er stellt Fragen, auf die es keine richtigen Antworten gibt, und lädt seine Schüler ein, mitzudenken, mitzufühlen, mitzufragen.

Was folgt, ist ein stiller, intensiver Moment des Innehaltens: eine Lektion über die Kunst, im Angesicht des Schmerzes weiterzuleben, über die Verbindung zwischen Lehrenden und Lernenden und über die Kraft eines Gesprächs, das über den Lehrplan hinausgeht. Ein kurzer, bewegender Film über das, was Schule eigentlich sein könnte – ein Ort, an dem nicht nur Wissen, sondern auch Menschlichkeit vermittelt wird.


LA CULPA DE CAÍN
Arturo López Rodas, El Salvador, 2025, Kurzfilm
BUCH, KAMERA, SCHNITT Arturo López | TON José Tercero | MIT Francisco Martínez, Luis Ángel Flamenco
13 min | Farbe, span. OmeU, DCP

Acht Jahre lang hat Luis nicht mehr mit seinem Bruder Pepe gesprochen. Acht Jahre, in denen die gemeinsame Vergangenheit als Geschäftspartner zu einer Mauer des Schweigens geworden ist. Als ihn die Nachricht erreicht, dass Pepe einen Schlaganfall erlitten hat, zögert Luis – und entscheidet sich dann doch zu gehen. Vielleicht ist dies die letzte Gelegenheit, die offenen Fragen zu klären, die zwischen ihnen stehen. Doch schon an der Tür beginnt der eigentliche Kampf: Die religiösen Symbole im Haus seines Bruders wirken auf ihn wie stumme Anklagen. Jedes Kreuz, jedes Bild, jede Kerze erinnert ihn daran, dass er nicht nur ein Besucher ist, sondern auch derjenige, der Schmerz verursacht hat.

Was folgt, ist kein einfaches Gespräch, sondern ein langsames, schmerzhaftes Kreisen um eine Schuld, die Luis nicht eingestehen kann. Er redet um den heißen Brei, weicht aus, sucht nach Worten, die nicht verletzen – und muss doch erkennen, dass Vergebung nicht durch Ausweichen entsteht, sondern durch die Bereitschaft, sich der eigenen Verantwortung zu stellen. Ein kammerspielartiges, intensives Drama über die Narben, die Familien über Generationen tragen, und über die Frage, ob es für manche Wunden überhaupt eine Heilung gibt.


IVÁN, LA VACA Y EL COMETA
Adriano Hunziker, Costa Rica / Schweiz, 2025, Kurzfilm
BUCH, SCHNITT Adriano Hunziker | KAMERA Indiego Ureña | TON Johnnatan Arce, Fernando Esquivel | MUSIK Luis Ruiz | MIT Isaac Zúñiga, Fernando Guzmán
10 min | Farbe, span. OmeU, DCP

Iván ist cool. Wirklich cool. Er hat den lässigen Blick, die richtige Attitüde und einen Plan für den Abend: eine Party am Strand, Musik, Leute, gute Vibes. Sein Kumpel Ramiro hat andere Prioritäten. Ramiro will unbedingt sein neues Kuhkostüm tragen – ja, ein Kuhkostüm – und lässt sich davon auch nicht abbringen. Die beiden machen sich auf den Weg, ein ungleiches Duo mit einer Mission: ankommen, feiern, Spaß haben.

Doch der Weg zur Party hält mehr bereit als nur Sand und Sonne. Irgendwo zwischen Bushaltestelle und Strandpromenade geschieht etwas, das nicht in ihren Plan passt. Etwas, das nicht von dieser Welt ist. Ein Raumschiff. Plötzlich stehen Iván und Ramiro nicht nur einer Party gegenüber, sondern einem echten außerirdischen Zwischenfall – und müssen herausfinden, was sie tun sollen, wenn das Unmögliche direkt vor ihnen landet.

Regisseur Adriano Hunziker, ein aufstrebender costa-ricanisch-schweizerischer Filmemacher und Visual-Effects-Künstler, verbindet in seinem Kurzfilm Komödie, Science-Fiction und eine ordentliche Portion Selbstironie. Ein Film über Freundschaft, verrückte Entscheidungen und die Frage, was man tut, wenn das Universum plötzlich vor der eigenen Haustür parkt. Mit digitalen Effekten, viel Humor und einem liebevollen Blick für seine schrulligen Figuren erschafft Hunziker ein kleines, charmantes Abenteuer über zwei Freunde, die eigentlich nur feiern wollten.


NOS ATRAVIESA UN CUERPO DE AGUA
Carolina Fung Calvo, Costa Rica, 2025, Kurzfilm
BUCH Carolina Fung | KAMERA Victoria Santamaría | SCHNITT Kaled Torijano | TON Rosa Céspedes, Sebastián Gutiérrez | MUSIK Eduardo Tapia | MIT Mayté Ortega Floris, Teo Yuja
13 min | Farbe, span. OmeU, DCP

Ama hat sich vorgenommen, die Distanz zu überbrücken. Sie organisiert einen Ausflug zu den natürlichen Wasserbecken in der Umgebung – ein Versuch, wieder Zugang zu ihrem jüngeren Bruder Daniel zu finden. Seit sie das Elternhaus verlassen hat, ist zwischen ihnen etwas zerbrochen, das sich mit Worten allein nicht kitten lässt. Vielleicht, so hofft sie, kann das Wasser das schaffen, was die Jahre des Schweigens nicht vermocht haben.

Doch die Stille zwischen den Geschwistern ist trügerisch. Während die Wasseroberfläche sich kräuselt und die Strömung anzieht, geraten auch die Emotionen in Bewegung. Alte Verletzungen steigen an die Oberfläche, unausgesprochene Vorwürfe, die sich über Jahre angestaut haben. Zwischen den Felsen und dem kühlen Nass müssen sich Ama und Daniel den Spannungen stellen, die ihre Familie seit langem zerreißen – und der Frage, ob gemeinsame Erinnerungen stärker sind als die Gründe, die sie getrennt haben.

Regisseurin Carolina Fung Calvo findet in ihrem Kurzfilm eine seltene Balance zwischen Zurückhaltung und Intensität. Das Wasser wird zum stillen Protagonisten: Es trennt und verbindet zugleich, spiegelt und verschluckt, trägt und stößt ab. Ein leiser, eindringlicher Film über Geschwisterliebe, familiäre Brüche und die heilende Kraft eines Ortes, an dem man sich endlich wieder gegenübertreten kann. Die Jury des Shorts Costa Rica Festival würdigte das Werk als ein Universum, „in dem das Sichtbare und das Angedeutete in einem zerbrechlichen Gleichgewicht koexistieren“ – und in dem die Landschaft selbst zu einem aktiven Element wird, das die Geschwister über ihre Entfremdung hinweg miteinander verbindet.


PARAÍSO
Carolina Arias Ortiz, Costa Rica, 2025, Kurzdokumentarfilm
BUCH Carolina Arias Ortiz | KAMERA Pietro Bulgarelli und Carolina Arias Ortiz | SCHNITT Alonso Víquez | TON Naruyibe Montero | MUSIK Carla Alfaro | MIT Digna María Espinoza Abarca, Andrea Gutiérrez Espinoza, Noelia Gómez Gutiérrez, Juan Rafael García Abarca, Lucía Castro, Paul Harmut
15 min | Farbe, span. OmeU, DCP

An der Küste von Santa Cruz, im Nordwesten Costa Ricas, liegt ein Ort, der seinen Namen nicht zufällig trägt: Paraíso. Doch das Paradies, das die Tourismusbroschüren versprechen, hat viele Gesichter. In diesem kurzen, poetischen Essay kommen Frauen aus dem Dorf zu Wort – ihre Stimmen erzählen von dem, was verloren ging, von dem, was Widerstand leistet, und von dem, was sich unaufhaltsam verändert. Zwischen den Bildern von Meer, Sand und Himmel, die wir kennen, und jenen, die wir nie sehen, entfaltet sich ein leises Porträt einer Region im Umbruch.

Der Klimawandel nagt an den Küsten, die Touristenzahlen steigen, die Strände verschwinden. Was bleibt, wenn das Wasser kommt und die Betonburgen wachsen? Regisseurin Carolina Arias Ortiz, Anthropologin und Filmemacherin, stellt diese Frage ohne Pathos. Sie fragt nach den Paradiesen, die wir uns ausmalen, denen wir nachjagen – und die wir am Ende selbst zerstören. Doch der Film endet nicht in der Klage. Er findet Trost in einer Erkenntnis, die ebenso einfach wie radikal ist: Die Erinnerung ist der einzige Ort, aus dem wir nie vertrieben werden können. Was einmal gelebt wurde, bleibt. Und manchmal reicht das, um weiterzugehen.

Ein Film, der in seiner stillen Präzision lange nachhallt – über Heimat, Verlust und die Schönheit dessen, was bleibt.