Samstag
13.06. 20:30
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Filmmuseum
Wien
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OV
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Wäre Jorge Luis Borges ein bundesdeutscher Filmemacher gewesen, hätte ein Film von ihm ungefähr so ausgesehen: Alfred Diebold, Mitglied der SPD, Vertreter der Friedrich-Ebert-Stiftung, schwäbischer Kosmopolit, Möchtegernschauspieler und romantischer Wanderer, ist eines Tages im ewigen Eis verschwunden. Das berichtet zumindest die Erzählstimme eines Freundes, der nun ansetzt, aus den 400 Videokassetten, die Diebold im Laufe seines Lebens mit Home Movies und Aufnahmen seiner politischen Arbeit gefüllt hat, eine Lebensgeschichte zu rekonstruieren. Zu sehen sind unter anderem komische Szenen aus dem Wahlkampf, Urlaubsbilder von einer Safari und bewegende Gespräche mit seiner an Krebs erkrankten Freundin. Der Film erzählt um die Ecke, klug und mit dreifachem Boden. Warum das eigene Leben dokumentieren? Womöglich, weil man irgendwann nur in jenen Aufnahmen existiert, die man von sich hinterlassen hat. (P.H.)