Red Psalm
Ungarn in den 1890er Jahren: In den weiten Ebenen der Puszta tritt eine Gruppe von Landarbeitern in den Streik, um grundlegende Rechte von einem Großgrundbesitzer einzufordern. Sie werden mit berittener Kavallerie konfrontiert und erleben die harte Realität von Aufruhr, Repression und Gewalt – ein moralisches Dilemma zwischen Widerstand und Unterdrückung.
Der Film ist als modernes Passionsspiel strukturiert und stellt eine meisterhafte Einheit von Form und Inhalt dar. In einer hochgradig stilisierten Inszenierung nutzt Regisseur Miklós Jancsó kollektive Choreografien und Tänze, um den Kampf derer darzustellen, die auf Terror mit Gewalt antworten. Das Werk würdigt die agrarsozialistischen Bewegungen des späten 19. Jahrhunderts und liefert gleichzeitig eine historisch-philosophische Kritik sozialistischer Ideale.
Ausgezeichnet mit dem Preis für die beste Regie bei den Filmfestspielen von Cannes 1972, wird RED PSALM vielfach als einer der bedeutendsten ungarischen Filme der 60er- und 70er-Jahre angesehen.
Restauriert in 4K vom originalen 35mm-Kameranegativ durch das National Film Institute Hungary – Film Archive.