Gone with the Wind
Das Schicksal des Old South als Courths-Mahler-Sage, die es immerhin fertigbringt, die Ursachen und Umstände des Civil War mit magnolienfarbenen Garderoben, Technicolor-Großaufnahmen von Stars und einem rot wie Scharlach brennenden Atlanta zuzumalen. Wie lohnend sich Geschichtsschreibung privatistischer Natur auf dem Niveau Maxfield-Parrish-bunter Ansichtskarten gestaltet, sollte sich erweisen. Der von acht Academy Awards umschmeichelte „größte Box-Office-Schlager aller Zeiten“ wurde 1977 wie selbstverständlich auch zum „besten Film aller Zeiten“ gewählt. Legendenschmiede mit mehr als gesundem Verhältnis zum Dollar funktionierten ihn zum „Mythos“ samt beiliegender Gebrauchsanweisung zur Kultverehrung um. Bei MGM wurde das Negativ, so darf man annehmen, in einer Goldschatulle verwahrt. (Harry Tomicek)
Foto: Österreichisches Filmmuseum