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Retrospektive

Freddy Got Fingered

VonTom Green

Jahr2001

Dauer87min.

SpracheEnglisch

FREDDY GOT FINGERED (engl. OV) – zum 25. Jubiläum zum ersten Mal in Österreich im Kino.

Vor bald genau 25 Jahren wurde Tom Green, einer Comedy-Ikone der frühen MTV-
Ära, die Chance geboten, sich auf der großen Leinwand auszutoben. Es war eine
Zeit, in der es üblich war, erfolgreichen Comedians – um den letzten Cent Geld aus
der Geldkuh herauszuquetschen – ins Kino zu holen. 20th Century Fox erhoffte sich einen Comedy-Hit im Sinne eines „American Pie“, eine Komödie, die den größten gemeinsamen Nenner abholen würde. Nur war und ist Tom Green alles andere als gewöhnlich. Schon in seinen Fernsehauftritten sprengte er die Grenzen dessen, was als Comedy wahrgenommen wurde: seinen Müll führte er an der Leine Gassi, gab dem Haus seiner eigenen Eltern einen unverhofften Frischanstrich oder übertrug die Entfernung seines Krebsgeschwürs - als Comedyspecial getarnt - live im Fernsehen. Green war ein Anarcho-Komiker, wie er im Buche steht. Jemand, der die Dada-Tradition eines Andy Kaufmans fortführte und ans Y2K-Zeitalter anpasste. Und was macht ein Anarch, wenn er mehrere Millionen US-Dollar in die Hand bekommt, um sich filmisch zu verwirklichen? Na eben mit allen Regeln brechen, die es zu brechen gilt.

In „Freddy Got Fingered“ spielt Green den Möchtegern-Cartoonisten Gord, ein
erwachsenes Mannskind, das sich auf Selbstfindungsreise begibt. Und im ständigen Clinch mit seinem Papa (herrlich drüber: Rip Torn) steht. Was während dieser ungewöhnlichen Coming-of-Age-Odyssee passiert, lässt sich kaum rational in Worte fassen. Und hat Publikum wie Kritik zur Zeit der Veröffentlichung eher verstört als abgeholt. Der Film nahm fünf Goldene Himbeeren mit nach Hause, die Tom Green, der sich stolz bei der Verleihung den Roten Teppich ausrollte, mit enervierender Harmonika im Arm entgegennahm. 25 Jahre und viele fade Studiokomödien später hat sich das Blatt gewendet. Viele meinen nun in dieser narrischen Aneinanderreihung bizarrer und teils grenzüberschreitender Sketches ein Stückchen Genie zu erkennen. Ein bewusstes Meta-Spiel mit gewohnten Erzähltropen und Figurenkonstellationen diverser US-Komödien. Jedenfalls ist es ein Film, der dazu konzipiert wurde, dem Publikum auf den Geist zu gehen. Ein andauernder Angriff auf die Sinne, der in seinem völlig bewussten Stumpfsinn aber einen Dada-Charme versprüht, der seiner Zeit voraus wirkt. „Freddy Got Fingered“ war wahrscheinlich der erste festgehaltene Shitpost – lange bevor das Meme-Zeitalter anbrach. Und ist bis heute – das lässt sich zweifellos sagen – ein Film wie kein anderer.

Aber Achtung: genießen auf eigene Gefahr!