Der Angriff der Gegenwart auf die übrige Zeit
In Der Angriff der Gegenwart auf die übrige Zeit zeichnet Alexander Kluge ein scharfes Porträt der Bundesrepublik in den 1980er Jahren – einer Gesellschaft im Bann der Effizienz, der Geschwindigkeit und des ökonomischen Denkens. Im Zentrum steht die junge Angela, die versucht, sich in einer Welt zu behaupten, in der Gefühle und Geschichte von der Logik des Marktes verdrängt werden. Kluge verbindet Spielfilmelemente mit dokumentarischen und essayistischen Passagen zu einer dichten Reflexion über Zeit, Erfahrung und Fortschritt. Mit Ironie und Melancholie zeigt der Film, wie das "Jetzt" alles andere zu verschlingen droht – und wie Erinnern zu einer Form des Widerstands wird. (C.S.)