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Der 32. August auf Erden

VonDenis Villeneuve

MitPascale Bussières, Alexis Martin

Jahr1998

Dauer88min.

Was bedeutet Leben in Anbetracht des Todes? Denis Villeneuve stellt in seinem formverspielten Langfilmdebüt große Fragen. Zwischen Existentialismus und absurdem Humor schiebt er auch Bilder ein, die nach der großen Leinwand verlangen und ein Vorgeschmack auf die visuelle Wucht seiner späteren Filme sind.

Einzelne Sekunden haben das Potenzial, ein ganzes Leben umzukrempeln. Vor allem, wenn sie mit geschlossenen Augen in einem schnell fahrenden Auto ins Land ziehen. Simone (Pascale Bussieres) beschließt nach der Nahtoderfahrung durch den Autounfall, einen Neustart hinzulegen. Der Model-Job wird an den Nagel gehängt und ein alter Pakt mit dem besten Freund Philippe (Alexis Martin) aufgewärmt. Damals haben sie sich ausgemacht, ein Kind zu zeugen, wenn sie mit 30 noch immer Single sind. Nur ist Simone noch keine 30 und Philippe nicht Single…

Denis Villeneuve ist nicht unbedingt ein Name, den man mit der Nouvelle Vague assoziiert. Dabei ist sein Spielfilmdebüt von 1998 eine tiefe Verbeugung vor der französischen Welle im Allgemeinen und vor Jeanne Moreau im Speziellen. Jump-Cuts und eine entfesselte Kamera, die immer wieder durch schnelle Bewegungen auf sich aufmerksam macht, zeugen von Villeneuves Liebe zur filmischen Form und zum europäischen Kunstkino. Die atemberaubenden Aufnahmen in der US-amerikanischen Salzwüste wiederum zeugen bereits hier von seinem tiefen Verständnis für überwältigendes und anspruchsvolles Bombast-Kino.